Mietminderung bei Hitze in Österreich: Rechte, Tipps und Ratschläge – Rentola.at

Letzte Aktualisierung: 7. Dezember 2023

Erfahren Sie, welche Möglichkeiten zur Mietminderung bei Hitze in Österreich bestehen und erhalten Sie praktische Tipps zur Reduzierung der Hitze in Wohnungen. Informieren Sie sich über zumutbare Temperaturen, Mietminderung während Modernisierungsarbeiten und den Support des Mieterschutzbundes.

Mietminderung bei Hitze in Österreich: Rechte, Tipps und Ratschläge

Viele Menschen in Österreich leiden im Sommer unter der zunehmend ansteigenden Hitze. Insbesondere Wohnungen im Dachgeschoss können fast schon unerträglich hohe Temperaturen erreichen, was manchmal sogar gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Doch Sie als Mieter haben auch gewisse Rechte, um unter bestimmten Umständen eine Verbesserung einfordern oder Mietminderung geltend machen zu können.

Wir erklären Ihnen in diesem Artikel alles Wichtige zum Thema Hitze und Mietminderung. Zudem geben wir Ihnen viele praktische Tipps, mit denen Sie ganz einfach selbst für Abkühlung in Ihrer Wohnung sorgen können.

Einleitung

Aufgrund der Klimaerwärmung wird das Thema Hitze in Österreich immer wichtiger, denn die Temperaturen sind in den vergangenen Jahrzehnten spürbar angestiegen. Viele Wohnungen sind jedoch nicht dafür ausgelegt, um im Sommer den neuen Höchsttemperaturen standhalten zu müssen. Folglich kommt es speziell in Dachgeschosswohnungen zu hohen Temperaturen, die Mieter vor ganz neue Herausforderungen stellen.

Glücklicherweise gibt es in Österreich einen starken Mieterschutz, der Ihnen einige Möglichkeiten bietet, den Vermieter in die Pflicht zu nehmen. Wenn Sie sich an die richtige Vorgehensweise halten und die folgenden Ratschläge beachten, können Sie Ihre Rechte geltend machen. Dann muss der Vermieter entweder für Abhilfe sorgen oder Sie können als eine der letzten Optionen sogar eine Mietminderung durchsetzen.

Rechte und Voraussetzungen für Mietminderung wegen Hitze

Anders als bei der Mindesttemperatur gibt es bei der Höchsttemperatur zunächst einmal keine gesetzlichen Richtwerte. Die Sachlage ist also nicht ganz so einfach bei Hitze, es erfordert eine etwas andere Argumentation. Vertraglich haben Sie nämlich ein Recht darauf, die Mietwohnung ohne Einschränkungen nutzen zu können. Wenn diese sich aber im Sommer sprichwörtlich in eine Sauna verwandelt, dann ist eine vertragliche Nutzung unter Umständen nicht mehr gewährleistet.

Das bedeutet wiederum, dass ein Mangel vorliegt, den der Vermieter zu beheben hat. Sollte er das nicht tun, kommt die Mietminderung wegen Hitze ins Spiel. Beachten Sie unbedingt, dass es sich immer um eine individuelle Betrachtung Ihrer persönlichen Lage handelt. Eine generelle Grenze bei der Maximaltemperatur gibt es – wie bereits erwähnt – in Österreich nicht. Das kann die Argumentation ein wenig komplizierter gestalten, eine saubere Dokumentation ist deswegen Pflicht.

Praktische Tipps zur Mietminderung bei zu heißer Wohnung

Da es keine gesetzlich vorgeschriebene Höchsttemperatur für Wohnungen gibt, ist es ausgesprochen wichtig, strukturiert und organisiert vorzugehen. Damit schaffen Sie eine optimale Ausgangsgrundlage, um eine mögliche Mietminderung durchsetzen zu können.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

  • Mietvertrag lesen: Wohnungen im Dachgeschoss gelten im Sommer als Hitzefallen, was Ihre Ansprüche schmälern kann. Denn Sie wussten bereits bei der Unterschrift, dass mit hohen Temperaturen zu rechnen ist – lesen Sie dennoch Ihren Vertrag auf etwaige Klauseln.

  • Situationen vergleichen: Klären Sie zunächst einmal, ob die hohen Temperaturen alle Einwohner in der Umgebung oder nur Sie betreffen. Wenn es in Ihrer Wohnung zehn Grad wärmer ist als bei Ihren Nachbarn, dann ist das ein klarer Indikator dafür, dass etwas nicht stimmt.

  • Dokumentation erstellen: Erfassen Sie täglich alle hohen Temperaturen samt Datum und präziser Uhrzeit, die sowohl draußen als auch drinnen zur jeweiligen Zeit herrschen. Das wird die Grundlage dafür sein, um später Ihre Ansprüche durchsetzen zu können.

  • Vermieter informieren: Als Nächstes informieren Sie den Vermieter über die inakzeptablen Temperaturen in Ihrer Wohnung. Bitten Sie um eine Mängelbehebung, womöglich muss die Bausubstanz geprüft oder sogar eine Klimaanlage eingebaut werden.

Rechtsbeistand suchen: Nicht immer zeigt der Vermieter Verständnis für Ihre Situation. Hitze ist in Österreich kein weitläufig akzeptierter Mangel und selbst Gerichte befassen sich eher selten damit. Im Notfall benötigen Sie deswegen einen Rechtsbeistand.

Mietminderung bei überhitzten Wohnungen: Zumutbare Temperaturgrenzen

Beachten Sie, dass aufgrund fehlender Obergrenzen und Gerichtsentscheidungen verbindliche Angaben derzeit komplett fehlen. Die zumutbare Temperaturgrenze ist deswegen vor allem ein persönlicher Wert, den jeder Mieter für sich selbst herausfinden und entsprechend argumentieren muss. In Deutschland kann beispielsweise ein Sachmangel vorliegen, wenn die Temperatur dauerhaft bei über 26 Grad liegt.

In Österreich müssen Sie hingegen eine nicht weiter definierte zumutbare Temperaturgrenze hinnehmen, bis die Nutzung der Wohnung praktisch nicht mehr möglich ist. Dann liegt auch in diesem Fall ein Mangel vor. Für manche Menschen kann das beispielsweise ab 26 Grad der Fall sein, andere fühlen sich womöglich erst ab 30 Grad unwohl. Wenn Ihre Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist und Sie nicht mehr Ihrem Alltag in der Wohnung nachgehen können, dann ist die zumutbare Temperaturgrenze vielleicht schon überschritten.

Es ist aber wichtig, die Wohnung als Faktor hinzuzuziehen. Bei Dachgeschosswohnungen ist es mitunter zu akzeptieren, wenn es zu weitaus höheren Temperaturen kommt. Denn Gerichte gehen in der Regel davon aus, dass Mieter diese Situation bereits bei der Unterschrift des Vertrags akzeptiert haben. Die zumutbare Temperatur kann in diesem Fall weitaus höher sein als in einer normalen Wohnung.

Erklären Sie Ihre Mietminderung bei Hitze

Es gibt keinen Richtwert für eine Mietminderung durch Hitze, eine Argumentation erfolgt also vor allem aufgrund der persönlichen Einschränkung, die aus der unangenehmen Situation entsteht. Deswegen kann ein professioneller Rechtsbeistand bei diesem Vorgehen so wichtig sein. Denn Gerichtsentscheidungen sind bislang rar und in Österreich kaum vorhanden.

Ein Fall aus dem Jahr 2005 zeigt jedoch, dass eine Mietminderung bei Hitze durchaus möglich ist (LGZ Wien 13. 4. 2005, 39 R 79/05i, MietSlg 57.145). Dabei ging es um eine Klimaanlage, die in einer Dachgeschosswohnung aufgrund schlechter Positionierung nicht die notwendige Leistung erbringen konnte. Dem Mieter war es deswegen zu heiß und er klagte erfolgreich: Am Ende erhielt er eine Mietminderung von 6 %. Aber dieser Fall ist sicherlich die Ausnahme, denn hier gab es schon eine Klimaanlage, die nicht ordentlich funktionierte.

Als Mieter werden Sie viel eher vor der Situation stehen, dass es bei Ihnen zu heiß ist und keine Klimaanlage vorhanden ist. Demnach kann es schwieriger sein, einen Mangel nachzuweisen und ein Gericht davon zu überzeugen. Zudem kann auch der Mietvertrag Aufschluss darüber geben, ob ein Mangel aufgrund von Hitze vorliegt. Lesen Sie Ihren Vertrag also sorgfältig durch.

Hitzereduzierung im Dachgeschoss: Tipps für Alt- und Neubauten im Sommer

Besonders im Dachgeschoss können die Temperaturen im Sommer stark ansteigen, dabei sind nicht einmal alle Neubauten dagegen geschützt. Denn momentan werden immer noch sehr viele Gebäude unter der Prämisse gebaut, dass Österreich ein vergleichsweise kühles Klima hat und kein besonderer Hitzeschutz notwendig ist – der globalen Erderwärmung zum Trotz.

Ob Alt- oder Neubau: Mit den folgenden Tipps können Sie die hohen Temperaturen teilweise verhindern und womöglich im heißen Sommer eine angenehme Linderung schaffen.

1. Richtig lüften

Viele Menschen machen den Fehler, im Sommer den ganzen Tag die Fenster offen zu lassen. Das sorgt zwar für einen angenehmen Durchzug, doch die Temperaturen steigen dabei konstant an. Im Normalfall ist es besser, nur am frühen Morgen und am späten Abend die Fenster zu öffnen, wenn die Außentemperatur noch niedrig ist. Dann kommt die Hitze von draußen während des Tages nicht so schnell ins Innere.

2. Sonneneinstrahlung verhindern

Eine direkte Sonneneinstrahlung mag zwar schön sein, doch sie heizt die Luft im Inneren sehr schnell auf. Deswegen ist es speziell am Morgen wichtig, mit Vorhängen oder Jalousien eine direkte Einstrahlung nach Möglichkeit zu verhindern. Im Idealfall hat die Wohnung Fenster an verschiedenen Seiten, damit Sie nicht ganz auf das Tageslicht verzichten, wenn Sie auf der Sonnenseite die Vorhänge zuziehen.

3. Ventilatoren einsetzen

Ventilatoren können für eine angenehme Linderung sorgen, obwohl sie nicht direkt den Raum kühlen. Durch die Zugluft sinkt die wahrgenommene Hitze, was für viele Menschen fast noch wichtiger ist. Eine kluge Platzierung kann die gefühlte Kühlleistung sogar noch erhöhen: Stellen Sie beispielsweise einen Ventilator am Morgen direkt ans Fenster, um die kühle Morgenluft schnell ins Innere zu bringen.

4. Elektrogeräte vom Netz trennen

Obwohl die meisten Elektrogeräte heutzutage strikte Energiespar-Auflagen erfüllen müssen, ziehen sie selbst im Standby weiterhin kleine Mengen an Strom. Diese wandelt ein Netzteil nicht selten komplett in unnötige Wärme um, wodurch sich die Temperatur erhöhen kann. Trennen Sie also lieber alle ungenutzten Elektrogeräte vom Stromnetz, damit keine unnötige Wärmeentwicklung gefördert wird.

5. Clever möblieren

Eine clevere Möblierung kann ebenfalls dabei helfen, die Hitze in der Wohnung besser zu kontrollieren. Freie Flächen sorgen beispielsweise für eine bessere Zirkulation und vermitteln ein kühleres Raumbild, dicke Teppiche bewirken hingegen das Gegenteil. Zudem können helle Farben vorteilhaft sein, weil sie weniger Hitze aufnehmen als dunkle. Berücksichtigen Sie das womöglich schon bei Ihrem Einzug ins Dachgeschoss.

6. Klimaanlage einbauen

Die wohl beste Methode für eine zu heiße Wohnung ist am Ende eine Klimaanlage. Sie kann die Temperaturen konstant senken und für schnelle Abhilfe schaffen. Aber der Einbau darf in der Regel nur mit Zustimmung des Vermieters und der Wohngemeinschaft erfolgen, das kann eine Genehmigung erschweren. Sprechen Sie die Maßnahme mit Ihrem Vermieter ab, wenn alle anderen Methoden ausgereizt sind.

Wellensittiche und Wohnungstemperatur: Richtlinien für Tierhalter

Alle vorangegangenen Tipps helfen natürlich auch dabei, Haustieren im Sommer eine Abkühlung zu verschaffen. Denn einige Tiere reagieren auf große Hitze besonders empfindlich, so zum Beispiel Wellensittiche. In Deutschland gab es den Fall, dass die Temperatur im Wohnraum auf bis zu 46 Grad anstieg und als Folge der Wellensittich verstarb.

Solche Werte sind weder Menschen noch Tieren zuzumuten, aufgrund der akuten Gesundheitsgefährdung ist nicht nur eine Mietminderung, sondern sogar eine fristlose Kündigung möglich. Abgesehen von diesem Ausnahmefall sollten Sie als Tierhalter jedoch selbst für beste Bedingungen bei großer Hitze sorgen. Lassen Sie die Tiere dann grundsätzlich nicht für längere Zeit unbeaufsichtigt.

Stellen Sie zudem sicher, dass beispielsweise Tiere im Käfig niemals direkt der Sonne ausgesetzt sind. Ebenso sollte immer genug Wasser zur Verfügung stehen, ein aufgestellter Ventilator kann für zusätzliche Abkühlung sorgen. Dann geht es auch den Tieren im heißen Sommer wesentlich besser, ob Hunden, Katzen, Meerschweinchen oder Wellensittichen.

Unterstützung durch den Mieterschutzbund

Sollte sich trotz aller Maßnahmen keine spürbare Verbesserung erreichen lassen, dann kann der Mieterschutzbund in Österreich Sie bei Bedarf unterstützen. Diese gemeinnützige Organisation vertritt die Mieterrechte im ganzen Land und kann bei vielen Fragen und Problemstellungen helfen.

Hierzu gehören unter anderem die folgenden Themen:

  • Mietzinsen und Kautionen

  • Prüfung von Mietverträgen

  • Hilfe bei Betriebs- bzw. Nebenkostenabrechnungen

  • Durchsetzung von Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten

  • Beratung bei Mängeln am Mietobjekt

Genau der letzte Punkt ist für Sie als Mieter in einer heißen Wohnung besonders relevant, denn es geht vor allem darum, einen Mangel nachzuweisen. Der Mieterschutzbund in Österreich kann Sie beraten, die Sachlage erfassen, Ihren Mietvertrag prüfen und erste Schritte vorschlagen.

Beachten Sie aber, dass die Organisation sich über einen niedrigen Mitgliedsbeitrag finanziert. Sie müssen also im Notfall dazu bereit sein, Mitglied beim Mieterschutzbund zu werden. Anschließend profitieren Sie jedoch von allen weiteren Vorteilen und Leistungen.

Mietminderung während Modernisierungsarbeiten: Rechte und Möglichkeiten

Ein weiterer Sonderpunkt sind Möglichkeiten zur Mietminderung aufgrund von Modernisierungsarbeiten. Steigende Temperaturen und erhöhte Auflagen an die Energieeffizienz können solche Arbeiten erfordern, doch oft gehen sie mit einer erheblichen Beeinträchtigung für betroffene Mieter einher. Das Gesetz ist in diesem Fall erst einmal auf der Seite des Vermieters, denn grundsätzlich darf er modernisieren.

Er muss die Arbeiten frühzeitig ankündigen, normalerweise mindestens drei Monate im Voraus. Zudem muss dabei bereits klar sein, wie lange die Modernisierung dauern soll, was genau gemacht wird und wie sich das letztlich auf die Höhe der Miete auswirkt. Im Gegenzug muss aber auch deutlich werden, wie hoch die Betriebskostenersparnis für den Mieter ausfallen kann.

Wenn alle Arbeiten ordentlich kommuniziert wurden und planmäßig ablaufen, dann besteht für gewöhnlich kein Grund zur Mietminderung. Sollte es aber beispielsweise zu ungeplanten Verzögerungen kommen, dann haben Sie als Mieter womöglich das Recht auf eine temporäre Mietminderung. Lassen Sie sich dazu am besten durch den Mieterschutzbund in Österreich beraten oder suchen Sie sich einen erfahrenen Rechtsbeistand.

Fazit – Mietminderung aufgrund von Hitze ist selten, aber möglich

Es gibt bislang nur sehr wenige praktische Fälle in Österreich, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Doch mit steigenden Temperaturen wird das womöglich in naher Zukunft eine gängige Situation sein: Mietminderung aufgrund unzumutbarer Hitze. Noch gibt es kein Gesetz, das eine Höchsttemperatur vorschreibt. Deswegen ist eine individuelle Betrachtung und Argumentation notwendig, um im Ausnahmefall eine Mietminderung durchsetzen zu können.

Sollten die Temperaturen in Ihrer Wohnung trotz aller Maßnahmen auf ein unerträgliches oder sogar gesundheitsgefährdendes Niveau ansteigen, dann muss der Vermieter aktiv werden. Führen Sie eine saubere Dokumentation und informieren Sie Ihren Vermieter. Der Mieterschutzverband oder ein erfahrener Rechtsbeistand kann als Unterstützung zur Seite stehen. Beseitigt der Vermieter trotz klarer Sachlage und Aufforderung nicht den Mangel an der Wohnung, dann ist eine Mietminderung möglich. 

Mit Rentola.at finden Sie hingegen gleich schon zu Beginn eine kühle Wohnung für den Sommer, dann ersparen Sie sich all den Ärger.

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